Herren 60

Bei der akuten Verletzungsanfälligkeit der Silberlinge ist es zunächst gut in einer Gruppe mit Vierermannschaften spielen zu können und es ist auch gut dass Walter Hund endlich im Seniorenbereich angekommen ist. Jetzt können die Jungs endlich artgerecht in der Altersklasse Herren 60 antreten, wo es auch erlaubt ist den Rollator neben der Sitzbank abzustellen.

Nach zwei Meisterschaften in der 1. Kreisliga in den Jahren 2022 und 2023 sind die Oranjes reif für die „Primera Division“ dieser Altersklasse im Bezirk III. Das Gute daran ist, die Gegner nicht wissen was auf sie zukommt und die TSGler können frei aufspielen. Das erklärte Ziel der Männer um Albrecht Schütt ist jedenfalls der Klassenerhalt.

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Meisterschaften

Die Meister 2022
Die Matchwinner 2022
Mann des Tages in Waltershofen
Die Oranjes - Meister 2023
Gratulation zum Sieg
Die Hooligens

Hätte man Albrecht Schütt, den Mannschaftsführer der TSG, auf der langen Fahrt ins Elztal gefragt was für ihn denn ein gutes Ergebnis wäre hätte er ein 3:3, was schlussendlich auf dem Spielberichtsbogen stand, mit einem verschmitzten Lächeln abgenickt. Tatsächlich aber waren die Jungs auf dem Heimweg eher unglücklich mit diesem Ergebnis. Zuviel gutes Tennis hatte man mit 3 Siegen in der Einzelrunde abgeliefert um dann im Doppel den eigentlich hoch verdienten Gesamtsieg „herzuschenken“.

Begonnen hat alles mit dem Sieg von Albrecht Schütt. Von Weitem betrachtet sah sein Spiel so ziemlich ausgeglichen aus und jeder konnte zeigen was er kann. Beim näher Heranzoomen war klar festzustellen, der Albrecht war der Dominator und schrieb auch alle wichtigen Punkte auf sein Ergebnisblatt (1:6, 1:6). Sein Bruder Gebhard als Doppelspezialist kommt auch als Einzelspieler immer besser ins Rollen. Für den Sieg reicht es zwar noch nicht, aber er arbeitet dran (6:3, 6:2). Das Spiel des Tages bestritt Walter Hund. Besonders für ihn selbst war es ein richtungsweisendes Spiel mit der Erkenntnis, dass er auch sehr schwierige Spiele wieder gewinnen kann, incl. einen Matchtiebreak (4:6, 6:4, 5:10). Auch Reinhard Huber ist schon gut drauf, kratzt wieder die Bälle aus den Ecken wie in besten Zeiten, sprüht vor Energie was letztendlich seinen doch etwas älteren Gegner zur Einsicht kommen ließ, dass hier kein Blumentopf zu gewinnen sei und er sich beim Stand von 2:6, 0:3 schon etwas entkräftet aus dem Spiel verabschiedete und sich dafür besser auf das Doppel fokussieren wollte. Das wiederum war wie sich später herausstellen sollte keine schlechte taktische Maßnahme.

Seitens der TSG war die Doppelaufstellung klar definiert. Albrecht und Walter spielen das Einser und Richard Harter und Günther Bischler das Zweierdoppel. Richard und Günther gelang es nicht die Elztäler an die kurze Leine zu nehmen und sie verloren ihr Match mit 6:1 und 6:3. Bei Walter und Albrecht sah es zunächst auch nicht so aus als ob sie auf das Spiel entscheidenden Zugriff bekommen könnten. Sie verloren den 1. Satz klar mit 6:2, schafften aber im Zweiten die Wende gewannen den mit 4:6 und führten im abschließenden Tiebreak nach 9 Minuten bereits mit 4:8 und waren quasi nur 2 Pünktchen vom Sieg weg. Nach weiteren 20 Minuten und sechs, in Zahlen 6, vergebenen Matchbällen mussten sie letztendlich den Platzherren mit 17:15 zum Sieg gratulieren. Ja, das sind Dinge die man im Tennis erleben kann aber eigentlich nicht möchte.

Das erste Heimspiel dieser Saison ließ schon während der Einspielphase erahnen dass es ein schwieriger Tag werden würde. Und das sollte sich auch bewahrheiten. Einzig Reinhard Huber war schon mit dem ersten Ball im Schlag wirkte sehr selbstbewusst, voller Energie und übernahm diese ausgestrahlte Sicherheit direkt mit in sein Match. Er ließ zu keinem Zeitpunkt auch nur die geringsten Zweifel aufkommen und das 6:0, 6:0 unterstreicht das nur. Bei Gebhard Schütt sah alles etwas eckiger aus. Er ist naturgemäß kein Blitzstarter und braucht schon etwas länger bis die Automatismen greifen. Leider hätte aber der Tag gar nicht so lange sein können wie es nötig gewesen wäre und so ging dieses Spiel mit 1:6 und 2:6 an die Gäste. Sein Bruder Albrecht ist wegen einer Leistenzerrung derzeit in Behandlung und da ist es im Schongang eben schwierig große Siege einzufahren. Er bewegte sich sehr kontrolliert und hatte nicht die physischen Voraussetzungen die er gebraucht hätte um dieses Spiel zu gewinnen. Ohnehin war seinem Gegner eh nur daran gelegen kein Spiel aufkommen zu lassen und das überwiegend mit Bällen die jeden Modellflugzeugbetrieb zum erliegen gebracht hätte. Das war zwar für Albrecht sehr nervig aber zielführend für den Pfaffenweiler (3:6, 2:6). Auf dem Centercourt war wie immer Walter Hund aktiv. Er hatte einen sehr spielstarken Gegner auf der anderen Platzseite stehen. Walter war viel am Laufen, kämpfte aufopferungsvoll aber das Alles nur, weil er seinen Gegner nicht ins Laufen brachte. Der machte allenfalls einen Schritt links oder rechts und verteilte die Bälle ohne viel Kraftaufwand nach belieben. Keine Frage, ein sehr guter Mann – der Pfaffenweiler, das ist der Walter aber auch wenn er nicht so brav und rücksichtsvoll gespielt hätte. So ging dieses Match mit 4:6, 3:6 leider zum Zwischenstand von 1:3 nach der Einzelrunde an die Gäste.
Ganz anders war dann der Auftritt von Walter im Einserdoppel an der Seite von Reinhard Huber. Mutig, selbstbewusst und offensiv. Ein blitzsauberes Doppel mit der Erkenntnis für die Gäste was hier für Qualitäten geschlummert haben. Mit 6:3 und 6:1 wurde der zweite Mannschaftspunkt für die TSG ins Ergebnisblatt eingepflegt. Günter Bischler und Fridolin Späth im Zweier waren zwar nicht auf Sieg programmiert, spielten frei auf, und hatten durchaus gute Aktionen aber die Schneckentäler waren letztendlich doch die verdienten Sieger (1:6, 2:6).

Es ist nicht leicht als Aufsteiger Spiele zu gewinnen. Da ist es egal ob gegen den Ersten oder den Letzten, jedes Spiel ist auf seine Weise schwer. Noch schwieriger wird das Ganze wenn erst beim öffnen der Heckklappe des TCW-Mannschaftswagens feststellt wird, dass eine Tasche fehlt und der dazugehörige Mann wohl noch am Treffpunkt steht. Da war es schon gut, dass so ein Fauxpas bei einem Heimspiel passiert. Vielleicht war es ja aber auch Absicht vom Mannschaftsführer Albrecht Schütt seinen Bruder Stops etwas auf Betriebstemperatur zu bringen.

Oftmals entscheidet die bessere Tagesform ein Spiel, die Fitness oder eben wer mehr versucht das Spiel an sich zu Reisen. So war es zumindest in den Spielen von Walter Hund (6:1, 6:2) und Reinhard Huber (6:1, 6:3) Beide haben jetzt nicht unbedingt ihr bestes Tennis gezeigt aber sie haben die wichtigen Punkte gemacht deshalb auch verdient gewonnen. Bei Albrecht Schütt war die Gemengelage etwas anders, weil sein Gegner zumindest ebenbürtig war. Er fand zu Beginn seines Matches so garnicht ins Spiel, kam aber dann doch besser ins Rollen und gewann den 1. Satz mit 6:2, es folgten einige unglückliche Ballverluste zu Beginn des Zweiten, das Spiel kippte und der Satz ging mit 2:6 an den Heitersheimer. Im Matchtiebreak hatte Albrecht dann allerdings den besseren Start, lag schnell mit 4 Punkten vorne. Sein Gegner kam zwar pünktchenweise näher, jedoch nie bedrohlich und so ging der MT sauber mit 10:4 an Albrecht. Gebhard Schütt wartet weiter auf seinen ersten Sieg. Manchmal will er zu viel und oftmals ist es der letzte Ball in einem von ihm dominierten Ballwechsel, der nicht so will wie er es möchte, dennoch lernt er Zusehens dazu und auch seine Zeit wird kommen. Ansonsten ist der Stops ja ein Realist und weis sich schon richtig einzuschätzen (2:6, 0:6).

3:1 nach der Einzelrunde. Es fehlte also noch ein Punkt zum Gesamtsieg. Da war es gut, dass es dem Mannschaftsführer gelang zumindest für die Doppel Hermann Haungs wieder zu reaktivieren. Er ist definitiv der Spieler den die Mannschaft braucht um einen Gesamtsieg zu erringen, zumal die Gäste in den Einzel erkennen ließen, dass sie gute Doppelspieler sein werden. Im Doppel 1 traten Walter Hund und Reinhard Huber für die TSG an und im Zweier Albrecht Schütt zusammen mit Hermann Haungs. Beide Doppel hatten im 1. Satz große Mühe diesen mit jeweils 7:5 für sich zu entscheiden. Im Einser wurden die Heitersheimer zunehmend mit sich selber unzufriedener und die Punkte gingen immer schneller an die Jungs der TSG und letztlich der Satz mit 6:1 und somit auch der Tagessieg für das Team. Im Zweierdoppel bäumten sich die Gäste nochmal mächtig auf, gewannen den zweiten Satz mit 2:6 und auch im Matchtiebreak waren sie nicht nur die Glücklicheren sondern auch einen Tick die Besseren (8:10). Und dennoch war der Einsatz von Hermann genau die richtige Entscheidung.
Mit einem Sieg, einem Unentschieden und einer Niederlage ist der Klassenverbleib „Save“ und das letzte Spiel in 2 Wochen wird ein schöner Saisonausklang für die Herren 60 der TSG Wagshurst/Önsbach werden. 

Zum letzten Saisonspiel mussten die TSG-Senioren zum „Lokalderby“ in Reute antreten. Ja genau Lokalderby, denn es ist zeitlich gesehen der am schnellsten zu erreichende Ligakonkurrent mit einer Fahrzeit von knapp unter einer Stunde. Da hat Mannschaftsführer Albrecht Schütt natürlich genügend Zeit seine Mitspieler auf das bevorstehende Aufgabe einzustimmen, seine Wünsche und Ziele etwas näher zu erläutern. Dort angekommen empfing die Jungs ein intensiv himbeerfarbener Platz, hähh, ja, ein dupfebener Gummigarnulatplatz. Also etwas, wo man sich darauf einstellen musste. Dem Einen gelang das besser und dem Anderen weniger gut. Einer von den Letztgenannten war Reinhard Huber, der mit zunehmender Spieldauer immer mehr Apathie dem Platz gegenüber aufbaute und dabei sein Kerngeschäft das Tennisspielen etwas vernachlässigte. Er ist ja ein lieber Kerl, aber am Samstag war er eine richtige Zicke. Allen Widrigkeiten zum Trotz war er dennoch der Erste, der den ungeliebten Platz mit erhobener Faust – grad so als ob er einen Achttausender bestiegen hätte – und einem 1:6 und 3:6-Sieg im Köfferchen den Platz verließ. Andere arrangierten sich da viel besser mit den Gegebenheiten wie zum Beispiel Walter Hund auf dem Centercourt. Er zeigte eines seiner besseren Spiele. Die Aufschläge kamen super, der Rückhandslice war messerscharf, auch an der Vorhand gab es nichts zu bemängeln, die Länge und die Winkel waren gut, nur den Kurzen schenkte er nicht die Liebe und das Vertrauen das sich seine zahlreichen Fans gewünscht hätten. Vielleicht war das mit ein Grund weshalb er dieses Spiel leider nicht gewinnen konnte? Mit Sicherheit aber die Tatsache dass sein Gegner ein richtig Guter war, der seinen Heimvorteil sehr gut zu Nutzen wusste (6:2, 4:6, 10:6). Den Spielen von Reinhard und Walter konnte man deshalb soviel Aufmerksamkeit widmen weil Albrecht Schütt wieder einmal eines seiner für ihn typischen Spiele aufzog. Gegner beobachten, Auswerten der Erkenntnisse, dann das Ganze praktisch anwenden, viel Laufen und in für ihn Zahlbares umzuwandeln. Nach 2 Stunden und 23 Minuten nahm er dann nach einem mitreißenden Tennismatch freudestrahlend die Glückwünsche seines Gegners und den verdienten Applaus seiner Mannschaftskollegen entgegen (6:4, 5:7, 7:10). Und dann war es endlich soweit. Gebhard Schütt bekam in Ermangelung eines Gegners seinen ersten Einzelsieg im Spielberichtsbogen eingetragen. Sicher hätte er den Sieg lieber auf dem Platz errungen wobei der Statistik nicht zu entnehmen ist wie ein Sieg zustande kam. Deshalb auch für ihn einen Daumen hoch!
Im Doppel an der Seite von Walter Hund bekam Stops dann doch noch seinen Einsatz und spielte dort auch frei auf, insgesamt waren die Reuter dennoch schon das klar bessere Team (6:2, 6:2). Der Tagessieg aber ging an die TSG Wagshurst/Önsbach, weil die Platzherren kein zweites Doppel aufbieten konnten.